SV Hönisch - Newsartikel drucken


Autor: Gunnar
Datum: 23.03.2021


Unsere Jugendtrainer (3) - Die Hand Gottes

Name:                
Adrian Nettemeyer

Alter:                 
49 Jahre

Mannschaft:            
U8

Beim SV Hönisch seit:    
2019

 


 

SVH: Moin Adrian, 3 x ist Bremer Recht, damit kommst Du gerade richtig zu unserer 3. Ausgabe bei “Unsere Jugendtrainer”. Das kann kein Zufall sein...

Adrian: Moin, ja das ist richtig, ich freue mich auf unser Gespräch und dann noch diese Bremer Tradition, unglaublich.

SVH: Von deiner Sprache ordne ich Dich ganz klar dem Norden zu, liege ich da richtig?

Adrian: Das ist korrekt, ich komme gebürtig aus dem Heidekreis Raum Walsrode, bin jedoch hier im Kreis Verden aufgewachsen, genauer gesagt in Verden und Hülsen, also immer an der Aller. Insofern bin ich klar dem Norden und auch dem Kreis Verden zugehörig. In meiner Jugend war mein Lebensmittelpunkt in Hülsen. Später bin ich dann aber mit Umwegen wieder zurück nach Verden.

SVH: Stichwort Umwege, was war da los?

Adrian: Na ja, beruflich hat es mich neben Bremen auch noch in ein anderes Bundesland mit “B” verschlagen. Und ich muss sagen, dass das eine super Zeit  südlich des Mains war. Ob ich sprachlich wirklich alles verstanden habe, frage ich mich zwar noch heute, aber gut… Ich war in Landshut, Niederbayern und die Menschen dort und das gilt vermutlich für den ganzen südlichen Bereich sind doch um einiges offener als bei uns im Norden. Es ist zwar ein Klischee, aber man setzt sich beispielsweise in der Wirtschaft (auf deutsch Kneipe, die Red.) halt einfach dazu, keinerlei Berührungsängste. Also in Summe einfach eine gute Zeit, auch wenn viele dort einfach den falschen Verein haben… (grinst)

SVH: Du bist aktuell Trainer unserer U8 beim SVH, wie ist das passiert?

Adrian: Also, Trainer zu sein, war eigentlich nie der Plan, aber als unsere Tochter dann Interesse am Fußball zeigte und wir mit ihr zum Schnuppertraining nach Hönisch wollten, hatte meine Frau an dem Tag komischerweise keine Zeit und dann bin ich gefahren und den Rest könnt ihr Euch denken…

SVH: Also die typische Jugendtrainerkarriere, man steht am Spielfeldrand, die Kinder trainieren, man schaut zu und plötzlich kommt ein Querschläger der Kinder direkt auf einen zu und man versucht- nachdem man 20 Jahre nicht mehr Fußball gespielt hat - den Ball ohne sich die Beine zu brechen einigermaßen unfallfrei und natürlich sehr lässig (die Mütter der anderen Kinder schauen ja ebenfalls zu) wieder ins Spielfeld zu passen. Und nach dem Training spricht einen der Jugendobmann an und sagt, dass man ja richtig gut mit dem Ball umgehen könne und außerdem bräuchte man immer Jugendtrainer, ob man sich das vorstellen könne als Trainer zu unterstützen, die eigene Tochter spielt ja eh hier…fragen kostet ja nichts…

Adrian: (lacht), ja ungefähr so war das, dem ist nichts hinzuzufügen… so läuft das nun mal und schwupps ist man dabei und dann richtig mit Herzblut, gerade weil man ja selbst gespielt hat damals. Das mit dem Fahren der Tochter zum Training hatte sich damit dann auch erledigt.

SVH: Wie steht es denn um deine eigene fußballerische Vergangenheit?

Adrian: Die hat sich ausschließlich in Hülsen abgespielt. Was das angeht, bin ich ein Ur-Hülsener Jung, ich habe bis zur A-Jugend ausschließlich beim SV Vorwärts Hülsen gespielt. Meine Positionen waren Abwehr und defensives Mittelfeld. Ich habe dann zwar auch mal bei der 1. Herren und 2. Herren in Hülsen “ausgeholfen”, aber meine Fußballerlaufbahn neigte sich dann dem Ende entgegen, aus beruflichen und gesundheitlichen Gründen.

SVH: Was sind deine Erinnerungen an die Zeit in Hülsen?

Adrian: Es war eine schöne, aber auch gefährliche Zeit in Hülsen auf dem Sportplatz damals. Nebenan ist ja der Schützenverein und seinerzeit waren die Sicherheitsbestimmungen offenbar noch nicht ganz so ausgeprägt wie vielleicht heute. Jedenfalls, spielten wir auf dem Platz und ein paar Schützenbrüder trainierten zeitgleich auf der Schießbahn, nur mit dem einzigen kleinen Nachteil, dass plötzlich Schüsse in das nahegelegene Wäldchen einschlugen und wir so schnell rannten wie niemals mehr davor und danach. Heutzutage gibt es dort einen Wall, der die Sportler und ihre Sportgeräte gut voneinander trennt. Zum Glück ist nie etwas Schlimmeres passiert. Aber es war schon ein komisches Gefühl.

SVH: Das hört sich ja brutal an, gab es auch noch andere weniger gefährliche Erlebnisse?

Adrian: Das lustigste Ereignis hatte ich mal in der Halle. Ich muß vorweg sagen, dass ich parallel zum Fußball auch noch in Intschede Handball gespielt habe, also Ballsport war halt mein Ding. Nun gut, wir hatten ein Fußball-Hallenturnier. Und zu der Zeit stand man ja noch im Saft und ich meine, dass Fußball-Hallenturnier war nachmittags und vormittags hatte ich bereits ein Handballspiel absolviert. Wir waren also intensiv am Fußball spielen in der Halle und plötzlich kam der Ball so perfekt halbhoch zu mir und ich stand ca. 9 m vor dem Kasten und versenkte den Ball unhaltbar im Netz. Ich dachte supergeil, ein Traumtor, nur niemand jubelte, ich war schwer irritiert. Daß man beim Fußball die Hände nicht benutzen darf, fiel mir dann aber relativ schnell wieder ein, wir und auch die Gegner lachten, ja so kann man manchmal im Eifer des Gefechts vergessen, welche Sportart gerade gespielt wird, auf meiner Festplatte war offensichtlich abgespeichert Halle = Handball. Herrlich!

SVH: Wenn ich an den Beginn unseres Gespräches denke, dann geht mir 3 x ist Bremer Recht nicht aus dem Kopf. Wie steht es mit deiner Liebe zum SV Werder?

Adrian: Der SV Werder ist mein Verein, wie soll es auch anders sein, wenn man in der Nähe wohnt, nur 40 km weserabwärts liegt ja schon das Stadion… wo die Weser einen Bogen macht…

SVH: Damit befindest Du Dich hier beim SVH ja unter vielen Gleichgesinnten, was die Liebe zum SV Werder angeht. Welches Spiel ist Dir in besonderer Erinnerung geblieben?

Adrian: Zu meiner Zeit in Bayern waren wir in München zum Auswärtsspiel von Werder, die Grün-Weißen schlugen die Bayern im eigenen Stadion mit 3:2. Ein gewisser Claudio Pizarro traf doppelt und dazu Marco Bode, der heutige Aufsichtsratschef bei Werder. Wenn ich an die Mannschaft zurückdenke, super Truppe, mit Rost im Tor, Dieter Eilts, Torsten Frings, Andreas Herzog, Claudia Pizarro und halt Marco Bode, um nur einige zu nennen. Meine Arbeitskollegen mit denen ich im Stadion war, waren nicht so begeistert, warum nur…?

SVH: Tolle Geschichte, ja das war eine gute Mannschaft, die Thomas Schaaf und Klaus Allofs dann ja bis zur Meisterschaft und Pokalsieg 2004 weiterentwickelt haben. Wer war dein Lieblingsspieler?

Adrian: Kein Werderaner, mein Lieblingsspieler war Paul Breitner. Eine Legende.

SVH: Auch an Dir geht die Frage nach deiner Jahrhundertelf natürlich nicht vorbei, hast Du Dir dazu ein paar Gedanken macht?

Adrian: Ja habe ich, meine Jahrhundertelf sieht wie folgt aus:

SVH: Wow, da steht 11 x Qualität auf dem Platz, eine klasse Truppe. Viele davon waren auch Weltmeister. Adrian, letzte Frage: Was macht Dir in der Jugendarbeit beim Spaß und was wünscht Du Dir in der Zukunft beim SVH?

Adrian: Es macht riesig Spaß, die KInder zu trainieren und sie auf ihrem Weg ein Stück zu begleiten. Man sieht, welche Entwicklung sie nehmen und hierbei dürfen wir sie unterstützen. Das macht viel Freude.
Für die Zukunft wünsche ich mir, dass wir weiter etwas Zulauf an neuen Mädchen und Jungs beim SVH erhalten, damit die Kinder in Bewegung bleiben/kommen und wir alle Mannschaften besetzen können. Wir bei der U8 haben ja neben den U8-Kindern auch noch U7-Kinder dabei, die bei uns mitmachen. Die Altersspanne ist dadurch natürlich noch etwas größer. Wobei das in dem Alter noch kein großes Problem ist. Aber es wäre natürlich gut, wenn wir neben neuen Kindern auch noch aus den Reihen der Eltern ein paar Jugendtrainer dazu bekommen könnten, die bspw. die U7 als eigenständige Mannschaft führen. Ich kann nur jede/jeden dazu ermutigen. Es macht viel Spaß und wenn man sich die Arbeit mit mehreren Trainern aufteilt, dann kann man das auch beruflich und privat zeitlich gut organisieren und unterstützt nebenbei die Gesellschaft in diesem Ehrenamt.

SVH: Ein tolles Schlusswort, Adrian, wir bedanken uns und wünschen Dir weiterhin viel Spaß beim SVH.

Adrian: Danke und bis bald.